Behinderung

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Der „Grad der Behinderung (GdB) ist das Maß für die mindestens 6 Monate andauernde Auswirkung eines Mangels an funktioneller Intaktheit unter Berücksichtigung der physiologischen Alterung“ [§3 SchwbG]

Betroffen sind ca. 8% der Gesamtbevölkerung. Es besteht eine deutliche Altersabhängigkeit: so gelten 3,4% der 35-45jährigen und schon 33% der über 75jährigen als behindert.

Im Jahre 2003 erfolgte zu diesem Thema eine ausführliche LuLa-Befragung, an der 892 Personen (das entspricht 36% aller Mitglieder der SHG) teilnahmen. Das durchschnittliche Alter der Befragten betrug 46,9 Jahre, die mittlere Krankheitsdauer 10,3 Jahre.

528 (59%) der Teilnehmer hatten einen Antrag gestellt, bei 454 (86% davon) wurde er bewilligt, bei 13 (2,5%) abgelehnt. 61 Teilnehmer gaben keine Antwort zur Bewilligung, möglicherweise weil das Verfahren noch offen ist/war.

Bei 82,6% wurde ein GdB > 50 bewilligt, bei 33,7% sogar > 80; der Mittelwert des GdB betrug 59,1.

GdB LuLa (582) im Vgl. zu allen Schwerbehinderten mit GdB>50

Grad der Behinderung

Herr Dr. Sander führte Begleiterkrankungen auf, die in ihrem Vorhandensein Auswirkungen auf den GdB hatten: das waren u.a. Bluthochdruck, Nierenerkrankungen, Diabetes mellitus, Asthma, Leber– und Magenerkrankungen, Thrombose(n), Fehlgeburt(en) und Osteoporose.

Ohne signifikante Auswirkung auf den GdB hingegen waren folgende Begleiterkrankungen: Fettstoffwechselstörungen, Arthrose, vernarbende Hautveränderungen, ein sekundäres Fibromyalgie-Syndrom, psychische Störungen und interessanterweise auch Tumorerkrankungen sowie Schlaganfall und Herzinfarkt.

Als Fazit konstatierte der Referent, dass eine (meist nicht unwesentliche) Behinderung Alltag fast aller Lupuspatienten ist. Die Schwere der Erkrankung findet sich im GdB angemessen wieder und die Begleiterkrankungen werden berücksichtigt.

Nur in seltenen Fällen und bei Patienten mit kutanem Lupus wurde die Anerkennung einer Behinderung abgelehnt.

Der sehr große Anteil an Patienten mit Lupus und einer Schwerbehinderung zeigt, dass weitere Anstrengungen nötig sind, Diagnostik und Therapie und damit die Prognose der Erkrankung zu verbessern.